i24: Was verbirgt sich hinter Malts of Germany?
Thomas Lesniowski: Bei Malts of Germany handelt es sich um einen Zusammenschluss von fünf Brennereien die den deutschen Whisky befeuern soll und vorallem im Ausland populärer machen soll. Dafür wurde eine eigene Marke entwickelt und spezielle Single Malt Whisky für Malts of Germany abgefüllt. Für die überregionale Vermarktung sollen so Kräfte gebündelt werden und die Vermarktung verbessert werden. Wir wollen zeigen, dass sich der deutsche Single Malt Whisky nicht hinter den Whiskys aus Schottland, Kanada oder anderen Ländern verstecken muss. Über 90 Prozent der Whisky Käufer im Supermarkt sind wahrscheinlich der Ansicht, dass guter Single Malt nur aus Schottland kommt. Da wollen wir zeigen, dass dem nicht so ist - sondern das guter Single Malt Whisky auch in Deutschland hergestellt wird.
i24: Können auch andere deutsche Brennereien bei Malts of Germany mitmachen?
Thomas Lesniowski: Klar, gerne. Brennereien, die bei Malts of Germany mitmachen wollen, müssen zuerst eine Geschmacksprobe ihres Whiskys einreichen. Wir testen dann im Kollektiv, ob der Whisky auch unseren Qualitätsansprüchen passt. Wenn dann die Gesamtchemie stimmt, können gerne weitere Brennereien bei uns mitmachen.
In rund tausend Fässern reift im Sauerland
der Single Malt Whisky
i24: Die Sauerländer Brennerei Thousand Mountains ist ein Teil von Malts of Germany. Wie fing es im Sauerland mit dem Whisky an?
Thomas Lesniowski: Bei unserer Brennerei hat es im Jahr 2004 mit Bränden und Likören angefangen. Das Thema Whisky war von Anfang an präsent. Es wurde schon von meinem Schwiegervater probiert und anschließend von meinem Partner Julian Wellhausen immer mehr verfeinert. Professioneller arbeiten wir seit dem Jahr 2016, aber erst ab dem Jahr 2019 bzw. 2020 haben wir eine größere Menge von rund tausend Fässern sowie unsere Destillationsanlage für Whisky für die Herstellung in Betrieb.
i24: Welche Prozesse der Produktion werden von Euch hier in Warstein durchgeführt?
Thomas Lesniowski: Wir haben kein Sudhaus. Wir arbeiten mit der Herforder Brauerei zusammen, eine Tochterfirma der Warsteiner Brauerei. Hierüber bekommen wir unsere Rezeptur, die wir im kleinen in einer eigenen Bierbrauanlage entwickelt haben. Dieses eigene Bier war die Basis für unsere Rezeptur. Für Nichtkenner würde ich sagen, wir bekommen von der Brauerei Malzbier nach unserer Rezeptur. Bei uns findet dann die Vergärung hin bis zur Destillation des Whiskys statt.
i24: Wie gravierend ist für Sie der Unterschied in Herstellung und Vertrieb von Obstbränden im Gegensatz zu Whisky?
Thomas Lesniowski: Das Wirtschaften ist für uns als Hersteller und Unternehmer ein großer Unterschied. Einen Obstler zum Beispiel kann man spätestens nach einem Jahr verkaufen. Ein Single Malt Whisky muss die drei Jahre lagern und reifen. Somit hat man gerade zu Beginn der Tätigkeit viel mehr gebundenes Kapital welches erstmal nicht zur Verfügung steht. Wir sind sozusagen mit unserer rund fünfjährigen Whisky-Produktion noch am Anfang - haben aber bislang einen erfolgreichen Start hingelegt.
i24: Und wie kommt der Whisky aus dem Sauerland in die Welt?
Thomas Lesniowski: Wir haben zum einen den Online-Shop, den Fachhandel und haben auch sehr viele Besichtigungen bei uns in Warstein bei denen viele Touristen und Gruppen zu uns kommen.
Vielen Dank an Thomas Lesniowski für das Gespräch.
Interview24 - ka / November 2025
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Thomas Lesniowski © i24
Die Brennerei im sauerländischen Warstein © i24
Thomas Lesniowski (links) und seine beiden Partner bei der Sauerländer Edelbrennerei © Sauerländer Edelbrennerei
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